Stiftung Löwenbrücke Braunschweig & macu4  fördern gemeinsam die 15 jährige  Mutmacherin Sophia!

Die 15-jährige Jugendliche, der bei einem Betriebsunfall im elterlichen Betrieb die linke Hand in Höhe der Mittelhandknochen durch eine Maschine abgeschnitten wurde, wandte Sie sich hilfesuchend an Macu4, ein innovatives Startup der Medizintechnik aus Zürich.

Glücklicher Weise konnte das abgetrennte Körperteil wieder replantiert werden. Da die linke Hand jedoch nicht vollständig rehabilitiert ist und die junge Frau nach dem Unfall eine Ataxie entwickelte, ist sie aktuell an den Rollstuhl gebunden.

Myriam Lingg, CEO macu4: „Dank der finanziellen und fachlichen Unterstützung der Stiftung Löwenbrücke Braunschweig, ist es uns möglich eine innovative Orthese zu entwickeln, die die junge Frau beim Greifen und der Lastaufnahme auf die Gehstütze unterstützt mit dem Ziel, unabhängig vom Rollstuhl sicher gehen zu können.

Sophia erzählt

„Durch einen Unfall bei der Hopfenernte im September 2021, bei dem ich mit der linken Hand in die Hopfenpflückmaschine geriet, verlor ich alle 5 Finger der linken Hand. An den Unfall kann ich mich noch genau erinnern. Durch das Adrenalin und einer wahnsinnig guten Reaktion, konnte ich alle Finger auffangen. Gemeinsam mit meiner Schwester bin ich noch circa 400m gesprintet, um per Telefon den Notruf absetzen zu können. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass das wohl der letzte Sprint für eine sehr lange Zeit sein wird.

Mit einem Hubschrauber ging es in eine Spezialklinik. Dort wurde ich zweimal 10 Stunden mit kurzer Unterbrechung notoperiert. Weitere kleinere Operationen folgten. Heute stehen mir mindestens noch zwei weitere OP´s bevor.
Im vergangenen Jahr habe ich 36 Wochen in klinischen Einrichtungen verbracht, davon die Hälfte in Rehaeinrichtungen und die andere Hälfte stationär.

Diagnose: komplexe Handverletzung (kombinierte traumatische Amputation) durch einen Hopfen-Häcksler mit anschließender Replantation der Strahlen DII bis DIV auf Mittelhandhöhe sowie der Daumen. Außerdem habe ich eine bislang nicht vollständig ätiologisch geklärte posttraumatisch aufgetretene Ataxie.

Nach 20 Stunden Not-OP mit Hauttransplantation aus dem Oberschenkel, Venentransplantation aus dem Mittelfuß und der Replantation aller Finger, sollte und konnte ich auch zwei Wochen nicht aufstehen. Als dann die Physiotherapeuten das erste Mal bei mir waren und wir gemeinsam die ersten Steh- und Gehversuche machten, stellte sich heraus, dass irgendetwas nicht stimmte. Das Zusammenspiel des Bewegungsablaufes funktionierte nicht mehr, meine Knie zuckten unkontrolliert und ich konnte mich nicht mehr eigenständig auf den Beinen halten.

Anfangs wurde einfach ein zu enormer Muskelabbau vermutet, doch auch nach Kraftaufbautrainings war kaum eine Besserung in Sicht. Zweimal, voneinander unabhängig, wurde ich neurologisch komplett durchgecheckt, leider auch ohne wirkliches Ergebnis. Und so ist es heute leider immer noch so, dass ich im Rollstuhl sitze.

Neben der Schule gehe ich dreimal die Woche zur Ergotherapie, zweimal in der Woche zur Physiotherapie, einmal in der Woche zu meiner Personaltrainerin im Bereich der Neuroathletik und wenn es die Zeit zulässt, dann gehe ich noch ins Fitnessstudio, um meine Beinmuskulatur weiter fit zu halten. Durch das straffe Trainingsprogramm kann ich mittlerweile mit Unterstützung einer anderen Person kurze Strecken zu Fuß zurücklegen. Allein geht es leider nicht, da ich durch das ataktische Verhalten meiner Beine das Gleichgewicht nicht halten kann.

Gemeinsam mit der Firma Macu4 und der Stiftung Löwenbrücke Braunschweig wird für mich eine Orthese entwickelt, mit der ich dann auch eine Stütze mit meiner verletzten Hand greifen kann und so hoffentlich mit etwas Training bald allein mit zwei Krücken gehen kann.“

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